Aktuelle Berichte

Regattatraining zwischen Rom und Sardinien

Nachdem Walter sich heuer ein neues Boot gekauft hat, eine Italia 13.98, welche auf den Namen Deiopa hört, war es an der Zeit, ein Team auf die Beine zu stellen, welches das Boot in Zukunft über die Regattabahnen bewegen wird. So haben wir eine Mischung aus unserem bestehenden Regattateam, welches schon viele Regattameilen gemeinsam am Buckel hat, und einigen Neulingen aus dem Yachtclub Seewind zusammengestellt, um gemeinsam für unser Ziel im nächsten Jahr, das Middle-Sea-Race trainieren zu können.

So ging es am 15.10. zeitig in der Früh mit der Ryanair von Wien nach Rom, wo wir gleich die erste böse Überraschung erleben mussten: Bernhards Gepäck mit der kompletten Segelausrüstung war verschwunden und es gab auch keinen Hinweis darauf, wo es sein könnte. Also ging es mal mit dem Taxi zum Porto Turistico di Roma, wo schon die Deiopea auf uns wartete. Den ersten Tag haben wir damit verbracht, uns zu verproviantieren, alles vorzubereiten und bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen, denn am nächsten Tag sollte unser Training beginnen.

Sonntag ging es nach dem Frühstück raus aufs Wasser, worauf sich alle schon sehr freuten. Zuerst wurde die normale Besegelung gesetzt und einmal alles richtig eingetrimmt. Anschließend mussten auch alle anderen Segel her, um mit der gesamten Mannschaft die Abläufe für das setzen, bergen und wechseln der Segel durchzuspielen.

Wir begannen mit der „Genua 0“ (wurde so getauft, weil Walter den Code 0 absolut nicht mochte), setzten die Sturmfock, haben anschließen die Fahrtengenua gegen die Regattagenua getauscht, um schließlich noch den Gennacker und den Spi auszuprobieren.

Unsere beiden neuen Bugmänner, Andreas und Dorian, haben sich sehr schnell in ihren Positionen zurechtgefunden und so ist ein erfolgreicher und anstrengender Segeltag am späten Nachmittag zu Ende gegangen. Nach einem gemeinsamen Abendessen und einem Schlummertrunk sind alle müde ins Bett gefallen, morgen sollte es ja nach Sardinien gehen und die Wettervorhersage war vom Wind her eher bescheiden.

Montag früh ist dann noch Peter mit dem Flieger nachgekommen und so konnte es kurz vor Mittag losgehen. Anfangs konnten wir noch etwas segeln, doch mit der damit zu erreichenden Geschwindigkeit hätte es ewig gedauert, bis wir die ca. 130 sm hinter uns gebracht hätten. Somit blieb uns leider nichts anderes übrig, als die Segel wegzuräumen und den Motor zu starten. Immer wieder wurde versucht, die Segel zu setzen, doch diese Versuche blieben leider nicht von Erfolg gekrönt.

Am Abend wurde an Bord gekocht und alle freuten sich auf die erste gemeinsame Nacht.

Nach einem herrlichen Sonnenuntergang begann unser Wachplan, womit einige schlafen gingen, während die anderen ihre 3-Stunden-Schichten absolvierten.

Die Nacht war ziemlich ereignislos und es gab auch wenige Begegnungen mit anderen Schiffen. Leider war die Lufteuchtigkeit schon recht hoch, sodass wir alle froh waren, als die Sonne in der Früh aus dem Meer stieg und den Tau der Nacht auftrocknete. Es gab ein ordentliches Frühstück, damit wir gestärkt in den Tag starten konnten.

Am frühen Nachmittag hatten wir dann Sardinien erreicht und die Ansteuerung von Cala Gavetta begann. Zum Glück konnten wir schon seit einiger Zeit segeln, somit war es doppelt spannend. Kurz vor der Hafeneinfahrt versuchten wir dann noch durch das Fahren von Kreisen den elektronischen Kompass zu kalibrieren, was aber leider nicht gelang.

Da es im Hafen kein Personal gab (arbeitet nur bis 1400 Uhr), suchten wir uns einen Platz im Hafen und machten dort fest. Nun ging es auf das wohlverdiente Anlegebier gleich beim Hafen. Dieses war dann unser teuerstes Getränk der ganzen Woche (1 Bier etwas über € 8,-). Das abendliche essen in der Pizzeria hat uns dann wieder entschädigt, da es sehr gut uns auch günstig war.

Mittwoch früh wurden Einkaufstrupps gebildet und wir versuchten mit einigen Schwierigkeiten unsere Einkaufsliste abzuarbeiten. Als dies geschafft war und alle eine Dusche hinter sich hatten, ging es wieder hinaus. Wir konnten von Beginn an segeln und genossen das lautlose gleiten durch das Wasser. Als es dann nach den Durchfahrten zwischen den Inseln hinaus aufs offene Meer ging, war leider der Wind aus. Die Wetterprognose sagte nur ein relativ kleines Flautenloch mit anschließendem und durchgehendem Wind. Also wurde die Entscheidung getroffen, die Segel zu bergen und die Flaute mit dem Motor hinter uns zu lassen. Das gelang auch sehr gut und zwei Stunden später kamen die Segel wieder an die Reihe und es ging dann ohne Motor weiter. Es wurde mehrfach die Segel aufgrund der sich ändernden Windstärke gewechselt und so war eigentlich immer etwas zu tun.

Nach einem Nachtmahl aus der Bordküche und einem traumhaften Sonnenuntergang ging es dann wieder mit unseren Wachplan durch die Nacht. Es war deutlich angenehmer, unter Segel durch die Nacht zu fahren als unter Motor.

Sonnenaufgang und Frühstück folgten am nächsten Morgen und es trocknete langsam wieder alles auf, während alle sehr happy waren, dass wir noch immer segelten. Am Nachmittag, als wir dann schon kurz vor Rom waren, ging der Wind leider schlafen und die letzte Stunde wurde unter Motor zurückgelegt, bis wir wieder sicher am engen Liegeplatz anlegten. Nachdem alles auf der Deiopea klariert war, ging es dann zum Abendessen im Hafen, welches ausgezeichnet war.

Am Freitag ließ der Wind auf sich warten, also wurden diverse Arbeiten (Gas einkaufen, Boot putzen, Tanks füllen etc.) erledigt. Kurz vor Mittag kam der angesagte Wind mit ca. 15 kn und es ging hinaus aufs Wasser, um das schon geübte zu perfektionieren.

Zuerst wurde gekreuzt und gerefft, dann kam der Gennacker dran und es wurden zig Halsen geübt, welche bei mehr Wind deutlich einfacher waren als bei Leichtwind am ersten Tag. Nach einigen Stunden am Wasser ging es zurück in den Hafen, wo noch die Segel verstaut wurden und das Boot aufgeräumt wurde. Nach einem nochmals ausgezeichneten Abendessen ging es ins Bett, da wir am nächsten Tag zeitig rausmussten (Taxi um 0615 Uhr, Abflug 0900 Uhr,).

Es war eine tolle Trainingswoche mit einem super Team (Wolfgang, Walter, Bernhard, Peter, Peter, Dorian, Andreas, Gerhard), welches sehr engagiert und motiviert bei der Sache war. Danke nochmals an alle Beteiligten für den Einsatz und den tollen Teamspirit. Es hat richtig Spaß gemacht mit euch und ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wo wir im Frühjahr die Tri-Golfi-Sailing-Week als Training fahren werden und im Oktober geht es dann zum Middle-Sea-Race.

Hier noch Impressionen vom gesamten Training.


Großes Sommerfest zum Geburtstag des YCS am 2.Juli

Mit einem Jahr pandemiebedingter Verspätung lud der YCS die Mitglieder, ihre Angehörigen und befreundete Segler am 2. Juli 2022 zu seinem Sommerfest anläßlich des nunmehrigen 50. + 1. Geburtstages an die Alte Donau ein, wobei sich zahlreiche Gratulanten bei prächtigem Wetter - vor allem nach Sturm und Gewitter am Vortag - einstellten.

Nach einem Sektempfang ging es gleich zur Sache : bei der von unserem Sportreferenten Bernhard bestens vorbereiteten Optimisten-Regatta wurden zunächst in zwei Gruppen mit je fünf Teilnehmern zwei Wettfahrten unter der Wettfahrtleitung von Siegie und Gerhard R. gesegelt, wobei sich die jeweils zwei Besten jeder Gruppe und der beste Drittplazierte für das Finale qualifizieren konnten. Die anderen segelten um die Plätze, wobei der vorher mit Materialproblemen kämpfende Günter R. in seiner gewohnt lässigen Haltung den 6. Platz vor Dietmar, Andreas, Sylvia und Anna erringen konnte. Im spannenden Finale setzte sich überraschend unser Obmann Wolfgang vor Dorian, Bernhard, Moni und Linda durch, wobei sich zahlreiche Zaungäste die Frage stellten, was Wolfgang beim entscheidenden Überholmanöver seiner Gattin Moni wohl versprechen musste.

Nach der Siegerehrung zeichnte der Obmann einen kurzen Abriss über wichtige Ereignisse in der Geschichte des YCS, die in der hompage unter Chronik nachzulesen sind. Neben den Vorstandsmitgliedern wurde auch allen Clubmitgliedern, die sich durch besonderen Einsatz in verschiedensten Bereichen ausgezeichnet haben, Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Zwei Clubmitgliedern wurden für langjährige Verdienste das Ehrenzeichen des YCS in Form eines Kristalls verliehen:

Walter H. , der leider pandemiebedingt nicht anwesend sein konnte, hat in den letzten Jahren unser Winterquartier in der Rautenkranzgasse auf Vordermann gebraucht, sodaß wir mittlerweile über eine tolle Werkstätte verfügen, darüber hinaus hat er zahlreiche Clubboote, darunter auch die heute im Einsatz stehenden Optimisten, renoviert.

Gerhard P. hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder Geräte seiner Firma Blumen-Regina für Instandsetzungs- und dringende Sanierungsarbeiten zur Verfügung gestellt und sich auch bei Bedarf als großzügiger Sponsor gezeigt.

Dann konnte endlich das ausgezeichnete kalte Buffet eröffnet werden, wofür insbesondere Marina, Linda, Moni, Silvia und Petra sowie unseren Sponsoren, den Firmen Blumen-Regina, Ströck und Portas, zu danken war.

Bei sechs verschiedenen Cocktails, die von Linda hervorragend und schnell gemixt wurden, verging der weitere Abend wie im Flug, bis um 03.00 Uhr die letzten Gäste den Club verließen und so ein denkwürdiges Fest zu einem besonderen Anlass zu Ende ging.


Donnerstags Challenge

Auf Initiative unseres Sportreferenten Bernhard wurde heuer eine neue Segel-Serie gestartet. Von April bis September 2022 werden jeweils an einem Donnerstag an festgelegten Terminen insgesamt 10 Yardstick-Wettfahrten gesegelt, bei welchen neben Clubmitgliedern auch unsere Segelfreunde aus den umliegenden Clubs und Einliegeplätzen teilnehmen können.

Donnerstags Challenge

Mittlerweile konnten 5 Wettfahrten mit bis zu 9 Booten durchgeführt werden, wobei jeweils die Tagessieger entsprechend gefeiert werden.

Siegerehrung

Marina und ihr Team sorgt durch kulinarische Köstlichkeiten für entsprechende Stärkung

Unsere Kantineurin Marina

Franky Berger Regatta

23.04./24.04.2022

Trotz der „guten“ Meldezahl von 8 Piraten zum Meldeschluss wurde es vor der Regatta noch ungewiss ob gestartet wird oder nicht, da aus unterschiedlichsten Gründen wie der Verletzung eines Teilnehmers, technischer Gebrechen und Unabkömmlichkeiten  4 Absagen kurzfristig eingelangt sind, wodurch das Teilnehmerfeld auf nur mehr 4 Boote reduziert wurde.

Durch intensive telefonische Interventionen und der Zusage des Sportreferenten eine dringende  Bootsreparatur persönlich und zumindest provisorisch vor dem Start noch durchzuführen, konnte die Starterzahl wieder auf 5 Teilnehmer erhöht und somit ein akzeptables Feld erreicht werden.

Die plötzliche Verminderung der Segler hat natürlich auch in der Kantine für Unmut gesorgt, da mit wesentlich mehr Gästen bei der Vorbereitung gerechnet wurde. Deshalb hier nochmal der Appell : je mehr Boote gemeldet sind, umso leichter sind Ausfälle zu verkraften, daher bitte melden, melden, melden!!

Und nun zur Regatta:                                                     

Am Samstag konnten nach anfänglicher Startverschiebung ab 14:30 bei leichtem, anfangs löchrigem, dann aber immer konstanter werdenden Südost zwei Wettfahrten durch unseren Wettfahrtleiter Siegie durchgeführt werden.

Mit zwei identen Ergebnissen AUT 5, AUT 18, AUT 12, AUT 467 und AUT483 wurde der erste Wettfahrttag beendet. 

Am Abend gab es auf der Terrasse des Yachtclubs Seewind dank Marina und Horst noch eine gemütliche Grillerei bei der traditionellen Seglerhock und es wurde für Sonntag der Start um 10:00 ausgeschrieben, aufgrund der Vorhersagen für Sonntag (Südost mit böigen 4-5 Bft) wurden auch vorsorglich die Bojen zu einer längeren Bahn verlegt.

Am Sonntag um  9:00 Uhr war es wieder einmal anders: nach Ham & Eggˋs wurden die Boote zunächst bei 0 Bft vorbereitet,  bis 10:00 baute sich dann aber doch böiger Wind mit 2-4Bft, allerdings von Süd auf. Trotz der für die Alte Donau ungünstigen Windrichtung wurde pünktlich um 10:00 die dritte Wettfahrt gestartet, leider konnte AUT 483 aufgrund technischer Probleme nicht mehr an den Start gehen.

Wettfahrt Nummer 3 endete nach anspruchsvollem böigen und drehenden Bedingungen mit dem Zieleinlauf AUT 18, AUT 5, AUT 12 und AUT467. 

Auch die 4. Wettfahrt konnte durchgeführt werden. In dieser konnte AUT 12 die erste Runde als Führender vor AUT 18 und AUT 5 beenden, das hart umkämpfte Ergebnis im Ziel lautete aber dann wieder wie in der dritten Wettfahrt AUT 18, AUT 5, AUT 12,  AUT467 hatte mittlerweile die Wettfahrt abgebrochen.

Eine 5. Wettfahrt wurde aufgrund der ungünstigen Windbedingungen dann nicht mehr gesegelt.

Somit konnte AUT 18 durch die aufsteigende Platzierung bei Punktegleichstand noch den Sieg vor AUT 5 erringen. Die übrigen Plätze blieben wie die ganze Regatta über gleich.

Im Zuge der Siegerehrung wurde nach Vergabe der Pokale und der von Gerda von GTA-Touristik gespendeten Goodies Helmut Seifert durch den Präsidenten der Pirat – Klassenvereinigung, Matthias Reiter,  zu seiner 495. Regatta der Titel

„Ehrencommodore der Pirat Vereinigung“ verliehen.

Dieser Titel wurde das letzte mal 1981 vergeben.

Helmut ließ uns dann noch in seiner Ansprache an den 3 Highlights seiner Seglerkarriere teilhaben:

  • 1er bei der Luv Tonne bei der ÖSTM am Attersee, 3er im Ziel
  • Sieg bei der Clubmeisterschaft 1984 im WYC
  • 15er bei der Luv Tonne bei der EURO 1981 in Neusiedl und der Anblick von 111 Spinnaker hinter ihm

Abschließend kann resümiert werden, dass es nach zwei durch die Pandemie sehr beeinträchtigten Jahre wieder ein Saisonauftakt mit einer gelungenen Regatta war, welche sich allerdings viel mehr Teilnehmer verdient hätte. Es bleibt für die Zukunft der Pirat Klasse zu hoffen, dass sich wieder mehr Teilnehmer für die Wettfahrten melden. Dazu sind alle Interessierten eingeladen Ideen und Vorschläge einzubringen !

Mast- und Schotbruch und immer eine Hand breit!!

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